Stillen

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Preis: EUR 18,90
Gebunden - 256 Seiten - Verlag Hoffmann & Campe
Erscheinungsdatum: Oktober 2003
ISBN: 3-455094-05-8

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Kurzbeschreibung:

Mit hoher sachlicher Kompetenz und anschaulichen Beispielen belegt Eva Herman den dringend notwendigen Aufklärungsbedarf. In Kapiteln wie Stillen als Suchtprophylaxe breitet sie hochaktuelle Informationen aus.

Stillen ist die Urform der Kommunikation, schreibt Eva Herman. Und überrascht ihre Leserinnen und Leser mit einer aufrüttelnden Lektüre. Immer weniger Mütter stillen ihre Kinder. Die Folgen sind alarmierend. Gestützt auf wissenschaftliche Untersuchungen weist die Autorin in ihrem Buch nach, dass weltweit jährlich 1,5 Millionen Babys sterben, weil sie nicht gestillt werden. Vor allem in den Entwicklungsländern hat der unsachgemäße Gebrauch von Fertignahrung katastrophale Folgen. Doch auch die Auswirkungen in den westlichen Industrienationen sind fatal: Gesundheitliche Defekte durch den fehlenden Immun- und Allergieschutz der Muttermilch, Essstörungen, Dickleibigkeit und entwicklungspsychologische Defizite durch mangelnde Nähe und Geborgenheit.

Vom Glück des Stillens ist ein Plädoyer für eine liebevolle, authentische Bindung zwischen Mutter und Kind. Zugleich bedeutet das Buch aber auch ein eindrucksvolles Engagement für die Förderung des Stillens als gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Auftrag.

Praktische Hinweise und eine Fülle von Tipps runden dieses revolutionäre Buch ab, das eine Standard-Lektüre für alle werdenden Eltern werden sollte.

Rezensionen:

Gleich vorneweg: Eva Hermanns Buch ist kein klassischer Stillratgeber. Für Schwangere und frischgebackene Mütter, die eine Anleitung für das Stillen suchen, ist das Handbuch für die stillende Mutter die bessere Wahl. Stattdessen schafft Vom Glück des Stillens die richtige Einstellung zum Stillen, nicht nur für Schwangere und Mütter, sondern auch für Väter, Verwandte und andere interessierte Menschen.

In lockerem und flüssigem Stil, gewürzt mit eigenen Erlebnissen und Erfahrungen, berichtet Eva Hermann über die marode Stillkultur in Deutschland. War es früher auch bei uns normal, Kinder 2-4 Jahre zu stillen, so sind Mütter heute einer Vielzahl größtenteils subtiler Einflüsse ausgesetzt, die sie drängen, gar nicht oder nur kurz zu stillen. Im Krankenhaus und beim Kinderarzt finden sie Produktproben der Babynahrungsindustrie. Ärzte, Schwestern und sogar Hebammen geben falsche Informationen. Ein weiteres Problem stellt die heutzutage übliche Kleinfamilie aus Vater, Mutter und Kindern dar, in der die junge Mutter sehr auf sich allein gestellt ist. Wieviel leichter hatten es da doch die Mütter in einer Großfamilie, in der sie auf die Unterstützung stillerfahrener Mütter, Schwestern und Tanten zurückgreifen konnten!

Eva Hermann räumt mit Vorurteilen auf und trägt - wissenschaftlich untermauert - die Nachteile künstlicher Säuglingserrnährung gegenüber dem Stillen zusammen. Da geht es um gesundheitliche Aspekte wie die Intelligenzentwicklung, die Entwicklung des Immunsystems und Suchtprophylaxe beim Kind genauso wie um die Vorbeugung von Brust- und Eierstockkrebs bei der Mutter.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Umweltfreundlichkeit des Stillens. Wer weiß schon, dass in Pakistan jährlich etwa 4,5 Millionen Fläschchen verkauft werden und diese aufeinandergetürmt so hoch wären wie der Mount Everest? Dass in manchen Ländern Flaschennahrung über dem Holzfeuer gekocht wird und dafür 73 kg Holz pro Jahr und Kind benötigt werden? Dass in den USA jährlich 550 Millionen Blechdosen mit Milchpulver verkauft werden und diese nebeneinander gestellt 1,5 mal um den Erdball reichen? Es ist Verschwendung von Weißblech, Papier, Plastik, Gummi, Silikon, Glas, Wasser (1 l täglich für ein 3 Monate altes Kind, 2 l täglich zum sterilisieren!), Strom, Desinfektionsmittel und Reinigungsbürsten. Unmengen von Abgasen entstehen bei der Herstellung und vor allem Entsorgung des ganzen Mülls, 200-450 Jahre dauert die Verrottung.
Das sind alles belegte Daten der WABA.

Ein Kapitel des Buches handelt vom Bonding und davon, wie wichtig es ist, dass Mutter und Kind nach der Entbindung nicht getrennt werden, dass man ihnen Zeit zum kennen lernen gibt, dass Babys ständigen Körperkontakt brauchen. Eva Hermann schreibt ein Plädoyer fürs Tragen und für das Familienbett. Nur Kinder, deren Bedürfnis nach Nähe erfüllt wird, werden wirklich selbstständig. - Das ist CC!

Zeitgemäß ist auch das Kapitel zum Thema Berufstätigkeit und Stillen. Frau Herman selbst arbeitete nach der Geburt ihres Sohnes wieder. Trotzdem wollte sie keinesfalls auf Fertignahrung zurückgreifen und suchte Lösungswege, um ihr Kind trotz Berufstätigkeit voll zu Stillen. In ihrem Buch gibt sie aktuelle Tipps, wie Berufstätigkeit und Stillen miteinander vereinbar sind, z.B. durch Abpumpen von Muttermilch. Ebenso werden die gesetzlichen Rechte für stillende Mütter in der Arbeitswelt beleuchtet.

Elayne und Anke



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